Grufties gegen Rechts

Geister Bremen

Elfen gegen Nazis/Erklaerung von Mila Mar


- In der Zeit der Moderne und des Liberalismus, getragen von vermeindlich
aufgeklärten Menschen, scheint der Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus
und die zwangsläufig damit verbundene Ideologie des Faschismus, derzeit
Hochkonjunktur zu haben.

- So verwundert es dann auch nur bedingt, dass der Rechtsradikalismus und
Faschismus in verschiedenen Jugendsubkulturen heute ein probates,
öffentlichkeits- und medienwirksames Mittel des Protestes geworden ist.

- Das häufig politisch unmotivierte Schlägertum sogenannter "Glatzen", nicht
zu verwechseln mit der ideologisch besetzten Verleugnung deutscher
Vergangenheit, verbunden mit Antisemitismus, sind neben
Ausländerfeindlichkeit und dem vermeindlich wertfreien Versuch einer
Aufwertung faschistischer Ästhetik des 3. Reiches nur einige, und hier
unzureichend dargestellte Vorstellungen und Einstellungen innerhalb
jugendlicher Subkulturen.

- Als Band "Mila Mar" halten wir uns seit einiger Zeit in der "Schwarzen
Szene" auf und somit ist das Wave-Gothic-Treffen seit 3 Jahren fester
Bestandteil unserer Konzerttouren.

- Wir sehen uns hier nicht aufgerufen ein umfangreiches Bild unserer
politischen Ansichten darzulegen, dies ist im Zusammenhang mit dem
Wave-Gothic-Treffen auch nicht nötig.

- Allerdings beziehen wir hiermit eine klare politische und menschliche
Position, die wir bei einigen MusikerInnen und Bands, die beim
Wave-Gothic-Treffen auftreten, deutlich vermissen :

- Wir lehnen jede Form und Darstellung faschistischer und rechtsradikaler
Ideologien entschieden ab weil sie unmenschlich sind und ein friedliches und
kultiviertes Zusammenleben von Menschen unmöglich machen.

- Der vermeindlich "spielerische Umgang" mit faschistischer Ästhetik des 3.
Reiches, wie er unverkennbar bei einigen Bands im Umfeld der "schwarzen
Szene" zu finden ist, ganz nach dem Motto: "Wir wollten doch nur mal
provozieren", ekelt uns an, weil die Realität und Konsequenz faschistischer
Ideologien hier vollkommen ausgeblendet wird.

- Wenngleich uns viele Statements der Bands vorkommen wie Gehirnergüsse
schwer Pubertierender, so geniessen sie dennoch eine gesellschaftliche
Aufmerksamkeit und Aufwertung, nicht nur zuletzt dadurch, das sie beim
Wave-Gothic-Treffen 2002 auftreten dürfen.

- Das ein Festival der "Schwarzen Szene", wie das Wave-Gothic-Treffen
faschistischen orientierten Bands und solchen, die sich im Umfeld
rechtsradikaler und faschistischer Gruppierungen aufhalten, vor dem
Hintergrund künstlerischer Freiheit, ein Forum bietet, ist keine
Nebensächlichkeit, sondern ein Zeichen von Ignoranz und falsch verstandener
Toleranz.

Anke Hachfeld
Katrin Beischer
Maaf Kirchner
Söan Meyer


www.milamar.de